Keine echte Prozessanalyse
Ein Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten ist schnell erstellt, wenn es auf Vorlagen basiert. Die entscheidende Frage lautet jedoch: Bildet es Ihre tatsächlichen Abläufe ab?
In einer stationären Einrichtung, die ich begleitet habe, wurde bei einer Prüfung deutlich, dass interne Kommunikationswege und Zugriffsrechte nicht mit der Dokumentation übereinstimmten. Der beauftragte günstige Anbieter hatte nie nachgefragt, wie Dienstübergaben konkret organisiert werden oder wie private Endgeräte genutzt werden. Die Nacharbeit war aufwendig und intern belastend.
Keine priorisierte Hilfe im Ernstfall
Ein weiterer kritischer Punkt ist die Unterstützung bei Vorfällen.
Ich erinnere mich an einen ambulanten Dienst, der Opfer eines Ransomware-Angriffs wurde. Tourenplanung, Dokumentation, Abrechnung, alles war betroffen. Der günstige Dienstleister war schwer erreichbar. Eine strukturierte Risikobewertung im Hinblick auf die Meldepflicht an die Aufsichtsbehörde erfolgte erst verspätet.
Gerade in solchen Situationen benötigen Sie schnelle, priorisierte und individuelle Unterstützung. Billigmodelle sehen diese Reaktionszeiten häufig nicht vor.
Versteckte Zusatzkosten
Viele Leistungen, die bei qualitativ hochwertigen Konzepten selbstverständlich enthalten sind, werden bei Dumpingangeboten separat berechnet. Zusätzliche Schulungen, Unterstützung bei behördlichen Anfragen, Begleitung bei Vor-Ort-Prüfungen oder die detaillierte Aufarbeitung eines Datenschutzvorfalls erscheinen dann als Zusatzposition auf der Rechnung.
Das vermeintlich günstige Angebot relativiert sich schnell.